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Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
geschätzte Vertreter der Vereinigung,
meine Damen und Herren und liebe Kollegen der EACD!

Sie haben mich bei der gestrigen Vollversammlung für zwei Jahre zum Präsidenten der European Association of Building Crafts and Design gewählt und ich danke Ihnen offiziell für Ihr Vertrauen.

Ich möchte die Möglichkeit und den Augenblick nutzen, um meinen beiden Vorgängern, Franz Bamberger aus Österreich und Jürgen Prigl aus Deutschland, für die Arbeit zu danken, die sie seit der Gründung der EACD geleistet haben.

Wenn ich eine Bilanz ziehen sollte, dann würde ich sagen, sie öffneten die Türen für 15 Mitgliedsländer, sie boten 18 Aspiranten aus 12 Nationen eine Qualitätsausbildung und haben anhaltende Kontakte zu Institutionen und Verwaltungseinrichtungen geschaffen.

Das schwierigste Unterfangen auf einem europäischen Weg – und dies ist auch auf politischer Ebene ersichtlich – ist es, die Menschen in einem gemeinsamen Ideal der Fortbildung und Selbstverwirklichung zu sammeln und mit unserer Vereinigung der EACD die Vertreter des gestaltenden Handwerks mittels vortrefflicher Austauschmodelle bzw. Mobilitätsmodelle sowohl technologischer, menschlicher als auch kultureller Natur zu fördern.

Frankreich war mit den Compagnons du Devoir unter den Ländern, die den Grundstein für die EACD legten. Das Institut Supérieur de Recherche et de Formation aux Métiers de la Pierre in Rodez vertritt die Compagnons du Devoir in der EACD und das Institut wurde ebenso vom [französischen] Wirtschafts- und Finanzministerium als „Innovationspol“ ausgezeichnet. Hier in Troyes sind die Compagnons du Devoir wohlbekannt und zahlreiche Compagnons sind als Unternehmensleiter an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt beteiligt; insbesondere hervorzuheben sind dabei das Unternehmen SNBR unter der Leitung von Philippe Baubrit und das Unternehmen Chatignoux.

Es war unser Wunsch, unsere Vollversammlung hier in Frankreich, in Troyes, zu organisieren, nicht nur des Champagner wegen, sondern auch, um Sie eines der Juwelen dieser schönen Stadt entdecken zu lassen, das Werkzeugmuseum, das „Maison de l’Outil et de la Pensée Ouvrière“, auf das wir sehr stolz sind. Eine Sammlung von 10.000 Werkzeugen und 25.000 Werkstücken, die in Europa einfach einzigartig ist. Compagnon Patient hat uns gestern Abend gemeinsam mit Herrn Erwan Thill und Frau Maud Lorin von der Gesellschaft Chassenay d’Arce empfangen und wir konnten die Freuden eines Berufes, dem des Winzers, entdecken.

Die Region um Troyes und die Stadt selbst verfügen über ein beispielhaftes und außerordentliches Bauerbe, wie wir dies heute Morgen geführt von Compagnon Jean Louis Valentin, seines Zeichens Zimmerer und Architekt, bestaunen konnten. Mein Dank gilt allen, für ihre Hilfsbereitschaft.

Ich erlaube mir den Hinweis, dass Troyes ebenso einen Innovationspol aufweist, das „Institut Universitaire des Métiers du Patrimoine“, was zeigt, welch kulturprägende Kraft diese Region hat.

In der Satzung unserer Vereinigung, der EACD, finden sich folgende, grundlegende Zielsetzungen:

Die Vertretung, die Wahrnehmung und die Förderung von Interessen des in Gestaltung, Errichtung und Erhaltung von Kulturerbe tätigen Handwerks gegenüber den zuständigen europäischen Verwaltungs- und Politikinstitutionen.

Eine Bildungsmaßnahme auf europäischer Ebene – undenkbar ohne kulturellen Ansatz.

Das Architekturerbe stellt eine Kultur dar, die sich durch Offenheit gegenüber Handwerk und Wertschätzung desselben auszeichnet.

Die EACD steht auch für die Herausgabe eines Buches über jede Tournee, das erste diesbezügliche Werk dürfen wir Ihnen überreichen, das zweite wird gerade verfasst.

Derzeit zählen wir 15 Mitgliedsländer: Ungarn, Lettland, Großbritannien, die Schweiz, Österreich, Norwegen, die Niederlande, Italien, die Slowakei, Schweden, Kroatien, Slowenien, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Wir möchten den Kreis gerne erweitern und schlagen Spanien, Portugal und Belgien, drei Länder und Steinproduzenten mit unleugbarer Baugeschichte, vor.

Im Rahmen zukünftiger Projekte wollen wir unter anderem für die offizielle Anerkennung des Diploms seitens der Europäischen Gemeinschaft eintreten, indem wir unsere Kontakte zu Universitäten verstärken; derzeit hören wir uns nach entsprechenden Vorschlägen um.

Wir möchten unsere Erfahrung ebenso anderen Handwerken bereitstellen, ein Umsetzungsversuch wurde anlässlich unserer Vollversammlung in London mit der Kammer der Zimmerer unternommen.

Wir müssen wie immer schlussendlich, wenn nicht gar unweigerlich, unsere Maßnahmen auch finanzieren, den Status der Aspiranten verbessern und in diesem Sinne Finanzierungsmöglichkeiten suchen: auch hier nehmen wir gerne Vorschläge entgegen.

Ich danke Frau Nicole Machéré; anlässlich des [französischen] Kongresses der Steinmetze im Mai 2010, machte ich ihr den Vorschlag, unsere Vollversammlung der EACD hier in Troyes abzuhalten, das haben wir getan, wobei das Ziel darin bestand, den Gästen die Stadt und das Werkzeugmuseum näher zu bringen.

Ein Dank gebührt dem Herrn Bürgermeister, in der Hoffnung, bei den Mitgliedern der EACD die Lust geweckt zu haben, nach Troyes zurückzukehren und dass Ihre Stadt eine Bildungsstation beherbergen kann, die auf das „Maison de l’Outil et de la Pensée Ouvrière“ aufbaut.



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